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Für Nicaragua

Dietmar Schönherrs Engagement für Nicaragua

Als Schauspieler und Autor war Dietmar Schönherr († 18. Juli 2014) einem breiten Publikum seit vielen Jahrzehnten bekannt. Neben seinem künstlerischen Wirken hatte der Mensch Dietmar Schönherr eine zweite, politisch motivierte Seite. Nach 40 Jahren in seinem Beruf entschied er sich Anfang der 80er Jahre seine Zeit zukünftig zu teilen. Fortan setzte er sich mit großem Einsatz und Hingabe für die Menschen in Nicaragua ein. Er gründete die Stiftung ‘Hilfe zur Selbsthilfe’. Aus ihr ging in den 90er Jahren der Verein ‘Pan y Arte’ hervor.

Brot und Kunst sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen – wir kümmern uns um beides.“ (Dietmar Schönherr)

Dietmar Schönherr 1999 im Kreise nicaraguanischer Kinder vor dem großen Löwentor der ‘Casa de los Tres Mundos’. © Peter Bischoff

„Meine erste, noch reichlich pubertäre Ambition war es, Kriegsheld zu werden, hochdekoriert und von allen verehrt. Mein Vater, der General war, erklärte mir, dass ich dafür absolut ungeeignet sei. Ich schaffte es bis zum Fähnrich. Anstatt Heldentaten zu vollbringen, desertierte ich, von der Sinnlosigkeit des Krieges überzeugt, auch von der Sinnlosigkeit meines eigenen Heldentodes im Dienst eines menschenverachtenden Systems.“

 

 

Nicaragua, mi amor

 Kurz zuvor, im Herbst 1983, lernt Dietmar Schönherr auf der Frankfurter Buchmesse den nicaraguanischen Priester und Poeten Ernesto Cardenal kennen, der zum damaligen Zeitpunkt Kulturminister der sandinistischen Revolutionsregierung ist. Ernesto Cardenal lädt ihn zu sich nach Nicaragua ein. 1985, mitten im Contra-Krieg, reist Dietmar Schönherr erstmals nach Nicaragua, um vor Ort ein geeignetes Projekt für seine Stiftung ausfindig zu machen. „Ich wollte helfen, einem Volk helfen, das sozusagen barfuß seinen Diktator fortgejagt hatte, wovor ich großen Respekt habe.“

 

Dietmar Schönherr 1985 mit Campesinos im Dorf La Posolera. © Peter Bischoff

Er kommt nach La Posolera, einer Neuansiedlung im Umfeld der Stadt Waslala im Herzen Nicaraguas. Dort leben 59 Familien, die in ihrem Heimatdorf von den Contras mehrfach brutal überfallen wurden. Ihre Häuser sind zerstört, viele sind gefallen, darunter auch Frauen und Kinder. Dietmar Schönherr lebt für einige Zeit mit den Flüchtlingen in ärmlichsten Verhältnissen und erfährt so die soziale Wirklichkeit Nicaraguas. In intensiven Gesprächen erörtern sie die Möglichkeiten einer sinnvollen Zusammenarbeit. Zurück in Europa ruft Dietmar Schönherr um Hilfe für die Menschen in Nicaragua. Es folgen noch zwei weitere Basisprojekte. „Oberstes Ziel unserer Arbeit muss es sein, so schnell wie möglich einen hohen Grad an Selbständigkeit und Unabhängigkeit herzustellen.

 

Brot und Kunst gehören zusammen!

 

„Du als Kulturschaffender musst auch etwas für die Kultur tun.“ Es ist Ernesto Cardenal, der Dietmar Schönherr nach anfänglicher Skepsis davon überzeugt, dass Kunst und Kultur kein Luxus, sondern ein ebenso dringendes menschliches Bedürfnis sind wie das tägliche Brot. „Da gibt es ein Haus in Granada. Da geht das!“ Eine alte Adelsvilla aus dem Besitz der Familie Cardenal mitten in Granada – zum damaligen Zeitpunkt noch eine verfallene Ruine – soll zu einem internationalen Zentrum der Begegnung werden, welches das kulturelle Leben Nicaraguas befruchtet: „Kultur zum Greifen für jedermann, verstanden als Erweiterung des Bewusstseins.“ (C.G. Jung) So entsteht Anfang der 90er Jahre die ‘Casa de los Tres Mundos’. Sie entwickelt sich im Laufe der Jahre zum Fixstern in der mittelamerikanischen Kulturlandschaft.  Um die ‘Casa’ auf eine solide Basis zu stellen, wird 1994 der Verein ‘Pan y Arte’ gegründet. „‘Pan y Arte’ ist das Instrument, das unsere Aktivitäten in Nicaragua möglich macht. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen dort, die Kinder, die Jugendlichen, die Alten auf ihrem oft schweren Weg liebevoll zu begleiten, ihnen zu helfen, mit ihnen gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten, ein lebenswertes, erfülltes Leben!“

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