Drei Fragen an... Daniel Gad

Daniel Gad ist Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls "Cultural Policy for the Arts in Development" am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Darüber hinaus ist er als Vereinsmitglied eng mit ‘Pan y Arte’ verbunden. In diesem Jahr sind wir seiner Einladung nach Hildesheim gefolgt, wo am 21.10.2017 unser ‘Pan y Arte’-Tag stattfinden wird. Wir haben Daniel Gad unsere Drei Fragen gestellt.

Wie bist Du auf ‘Pan y Arte’ aufmerksam geworden?

Diverse Reisen durch Lateinamerika und 1999 ein halbes Jahr in Mexiko zusammen mit meiner Frau eröffneten mir eine enge Verbindung zu diesem Erdteil. Die großen sozialen Nöte in diesen Ländern - trotz des so immensen Reichtums - stellten große Fragen an mein damaliges Studium des Kulturmanagements. Nach einem kurzen Innehalten, was mich beinahe auf eine Arztlaufbahn geführt hätte, machte ich mich auf den Weg verstehen zu lernen, welche Verbindungspunkte es zwischen Entwicklungszusammenarbeit und den Künsten gibt. Ich ging dieser Frage im Rahmen meiner Diplomarbeit sehr intensiv nach und suchte neben den großen wohl bekannten Akteuren wie dem Goethe-Institut und dem damaligen Deutschen Entwicklungsdienst eine deutsche Initiative der Zivilgesellschaft. Letztlich wurde mir ‘Pan y Arte’ dann von mehreren Kennern der Szene empfohlen. 

Was verbindet dich mit Kunst, Kultur oder Nicaragua?

Mich verbindet Nicaragua aufgrund der Hintergründe, wie ich dieses Land kennenlernen durfte, mit Sonne, Vulkanen und grüner Vegetation, schönen Städten und kleinen Dörfern, Meer und Seen, Kaffee und insbesondere Kindern und jungen Künstlern, die Musik machen, malen oder Skulpturen herstellen oder sich der Literatur widmen.

Nicaragua ist mit Ausnahme von Kriegs- und Katastrophenmeldungen weiterhin ein blinder Fleck auf der Weltlandkarte. Dies mag sicherlich auch an der zerrütteten Geschichte liegen, die auch dazu geführt hat, dass das kulturelle Gesicht Nicaraguas weiter geschaffen werden oder zumindest sichtbar gemacht werden will.

Vielfalt verstehen zu lernen und zu vermitteln, die aus deutscher Sicht schnell als homogen wirkenden Länder Lateinamerikas in ihren Besonderheiten und interessanten Seiten und Unterschieden verständlich zu machen, ist eine relevante Aufgabe. Dabei geht es vielmehr um Nuancen als um Superlative. Es ist viel zu wenig bekannt von der Schönheit dieses kleinen Landes als Teil der kulturellen Vielfalt unserer Welt.

Was überzeugt dich an der Projektarbeit von ‛Pan y Arte’?

So sehr die Verbindung zwischen Kunst und Bildung, gerade für Kinder und Jugendliche seit einigen Jahren in Deutschland und immer mehr weltweit für einen sozialen und wirtschaftlichen Wandel in allen Gesellschaften dieser Welt betont wird, so sehr muss es weiterhin verwundern, dass es so wenig Initiativen wie die von ‘Pan y Arte’ gibt.

Überzeugend ist sicherlich die gelungene Verbindung von kulturpädagogischen Ansätzen aus Deutschland mit lokalspezifischer Feinjustage, zu sehen, dass die Zielgruppe der Projekte das Angebot aufgreift und nutzt und dies von den Kindern und Jugendlichen keineswegs als ein Aufstülpen fremder Konzepte wahrgenommen und verstanden wird.

Ebenso überzeugend ist der lange Atem, denn so viele gute Initiativen verschwinden bereits nach fünf oder zehn Jahren. Richtig nachhaltig wird diese Arbeit erst, wenn man sie in Dekaden denkt. Und dies hat ‘Pan y Arte’ bisher bewiesen.

Claudia Berns Ansprechpartnerin für Presse-Anfragen

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