Drei Fragen an... Ose Nielsen, Pan y Arte-Geschäftsführerin

Seit Januar 2019 ist Ose Nielsen als Geschäftsführerin im Pan y Arte-Büro in Münster tätig. Wir haben ihr unsere Drei Fragen gestellt. Herzlich willkommen, Ose!

Was machst Du bei Pan y Arte?

Ich starte dieses Jahr bei Pan y Arte als Geschäftsführerin, d.h. ich bin zuständig für Personal und Finanzen, und hoffe, dass ich neue Impulse im Großspender-Fundraising setzen kann.
 

Was verbindet Dich mit  Nicaragua?

Ich bin bereits während meines Studiums nach Mittelamerika gegangen und habe meine Diplomarbeit in den frühen 90er-Jahren über fairen Kaffeehandel geschrieben. Damals war das Fairtrade Siegel noch ein Start-up, an das keiner so richtig geglaubt hat – meine Profs in Marburg, wo ich Wirtschaft studierte, waren zunächst gar nicht glücklich mit meiner Themenwahl. Ich erkannte aber sofort, dass starke Sozial- und Umweltstandards ein respektvoller und  partnerschaftlicher Umgang zwischen Vertragspartnern sowie eine faire Entlohnung nötig waren, um Kleinbauern und  ihre kooperativen Unternehmen zu stärken, und ihnen eine Stimme im Welthandel zu geben.

Damals herrschte nicht nur eine politisch spannende Zeit des Wandels in der Region, sondern es wurden auch starke Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit gestartet, von denen einige dieses Jahr, genau wie Pan y Arte, ihr 25-jähriges Bestehen feiern.

Ich habe mich damals ins ländliche Nicaragua, den Kaffeeanbau und die Menschen verliebt und habe nach dem Studium direkt bei Fairtrade angeheuert und die Region Lateinamerika aufgebaut und nach vorne gebracht. Später bin ich dann über Europa nach Afrika gewechselt, wo ich viele Jahre für FLOCERT, dem Zertifizierer von Fairtrade, als Kontinent Managerin tätig war. Die Sehnsucht nach Mittelamerika blieb jedoch bestehen und ich bin froh, dass meine Arbeit bei Pan y Arte mich jetzt dorthin zurückführt.

 

Was überzeugt Dich an der Projektarbeit von ‛Pan y Arte’?

Ich habe in den letzten 25 Jahren in meiner Tätigkeit als Nachhaltigkeitsexpertin eine enorme Vielzahl von entwicklungspolitischen Projekten jeglicher Couleur gesehen – gute wie schlechte. Wie alles in unserer Welt liegt der Trend im Projektgeschäft derzeit – mit wenigen Ausnahmen –  leider in schnelllebigen Vorhaben, die von einem raschen Wechsel der inhaltlichen Prioritäten und einem fliegendem Personalwechsel geprägt sind. Ein fataler Prozess, denn Entwicklung braucht Zeit und Kontinuität. Was mich an den Pan y Arte Projekten fasziniert, ist daher einerseits ihre große Beständigkeit und andererseits ihr klarer Themenfokus auf Musik, Literatur und Kunst in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen. Nachdem ich persönlich lange Jahre vorwiegend auf dem Thema PAN gearbeitet habe, freue ich mich jetzt darauf, den Akzent auf das Thema ARTE legen zu dürfen und kulturelle Bildungsprojekte zu unterstützen – Themen, die im entwicklungspolitischen Kontext  leider häufig viel zu kurz kommen!

Claudia Berns Ansprechpartnerin für Presse-Anfragen

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