Roberto Deimel, Vorstandsvorsitzender Pan y Arte e.V., zur Krise

Liebe Freunde von Pan y Arte,

seit Mitte April 2018 erreichen uns beunruhigende Nachrichten aus Nicaragua. Schwere Proteste erschütterten monatelang das gesamte Land. Menschenrechtsaktivisten berichten von vielen Toten und Hunderten von Verletzten und Vermissten. Ein Ende der Krise ist derzeit nicht in Sicht. Wir trauern um die Toten und fühlen mit ihren Hinterbliebenen. Den vielen Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung und hoffen auf ein Zeichen von den Menschen, die noch vermisst werden.

Die Auswirkungen der Unruhen waren auch in unseren Projekten zu spüren und führten zu Einschränkungen der Projektarbeit, da wir die Sicherheit der Mitarbeiter, Schüler und weiteren Besucher nicht gefährden wollten. Glücklicherweise sind alle Teams wohlauf und wir stehen im stetigen Kontakt mit den Mitarbeitern. Mittlerweile haben alle Projekte ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Verlässlichkeit, Vertrauen, Verantwortung – dafür stehen wir seit 25 Jahren. Unsere Projekte sind in unsicheren Zeiten Orte der Stabilität und der Kreativität, die den Nicaraguanern Halt und Hoffnung geben. „Die Menschen sind froh, sich in unseren Projekten von der Not und Gewalt, die aktuell überall im Land herrschen, abzulenken. Unsere Projekte sind wahre Rettungsanker!“, teilte mir Dieter Stadler mit, unser Projektleiter vor Ort. Gerade in Krisenzeiten ist unsere Arbeit wichtiger denn je! Sie fußt auf Werten wie Selbstbestimmung und Toleranz und sie fördert Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Und nicht zuletzt bieten sich Einrichtungen wie das Kulturzentrum Casa de los Tres Mundos als Orte für den gesellschaftlichen Dialog an.

Wir haben intensiv diskutiert, ob wir als Verein Pan y Arte zu den Ereignissen in Nicaragua Stellung nehmen sollen. Am Ende haben wir uns dafür entschieden, die politische Situation in Nicaragua nicht zu kommentieren. Unsere Projekte in Nicaragua würden dadurch Teil der mit erbitterter Härte geführten Auseinandersetzungen und wären so in ihrer Weiterarbeit gefährdet. Das wollen wir nicht riskieren, dafür sind sie für viele Kinder und Erwachsene in Nicaragua zu wichtig.

Deshalb bitte ich Sie: Helfen Sie, dass die Projekte auch weiterhin in Nicaragua die Menschen stärken und ihnen einen Zugang zu Kunst und Kultur eröffnen. So wächst auf lange Sicht die Chance auf einen Dialog in der Gesellschaft, der wieder Frieden in das gebeutelte Land bringen kann.

Mit solidarischen Grüßen
Roberto Deimel

Claudia Berns Ansprechpartnerin für Presse-Anfragen

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