Dietmar Schönherr und Luise Scherf-Stiftung für ‘Pan y Arte’

„Brot und Kunst sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen. Wir kümmern uns um beides.“

Dietmar Schönherr (1926-2014)

‘Pan y Arte’ – seit 25 Jahren für die Menschen in Nicaragua

Nachhaltige Entwicklung braucht Kultur und Kreativität. ‘Pan y Arte’ beschränkt Entwicklungszusammenarbeit deshalb nicht auf wirtschaftliche Hilfe. Aus dieser festen Überzeugung heraus rief der Schauspieler und Autor Dietmar Schönherr die ‘Pan y Arte’-Projekte in Nicaragua ins Leben: Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen Musik, widmen sich der Kunst, spielen Theater oder lesen Bücher. Auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches? In Nicaragua schon! In Europa macht sich ‘Pan y Arte’ dafür stark, die politischen Förderstrukturen für Kunst und Kultur in der Entwicklungszusammenarbeit zu beeinflussen. Kultur darf kein Luxus sein!

Die Stiftung auf einen Blick

Errichtung der Stiftung: 30. Mai 2006
Sitz der Stiftung: Bremen
Gründungskapital: 453.000 Euro
Gründungsstifter: 19
Genehmigung: 19. September 2006
Stiftungsverwaltung: Stiftungshaus Bremen
Steuerberatung: R K H GmbH & Co. KG, Harald Kieselhorst
Heutiges Stiftungsvermögen: 1,15 Mio. Euro
Fördervolumen: 20.000 - 30.000 Euro/Jahr

Broschüre zur Stiftung

Weiterführende Informationen zur Stiftung und Möglichkeiten zum Fördern, Stiften und Vererben finden Sie in unserer Broschüre:

Stiftungsbroschüre (PDF)

Darum eine Stiftung

Unzähligen Menschen in Nicaragua haben Dietmar Schönherr und seine Hilfsorganisation schon in der Not geholfen, tausende Kinder sind erst durch ‘Pan y Arte’ mit Kultur und Kreativität in Berührung gekommen. All dies war nur möglich mit der beständigen Hilfe von vielen Frauen und Männern, die uns immer treu unterstützt haben. Mit ihren Spenden haben die Freundinnen und Freunde, Förderinnen und Förderer in Nicaragua viel Gutes bewirkt, Leid gelindert und Hoffnung geschenkt.

Doch Kulturprojekte sind keine Eintagsfliegen, sie sind auf Dauer angelegt. Eine verlässliche Absicherung der Arbeit in Nicaragua lag Dietmar Schönherr daher sehr am Herzen – was nicht einfach ist, ändert sich doch die Höhe der Spenden in jedem Jahr und lässt sich nur schwer voraussagen.

Deshalb initiierte Schönherr im Mai 2006 die Gründung der ‘Pan y Arte’-Stiftung. Mit ihr sollte neben der fortbestehenden Hilfsorganisation ein weiteres solides Standbein geschaffen werden, was auf eindrucksvolle Weise gelungen ist: Das Stiftungskapital wurde von anfangs 435.000 Euro im Laufe der Jahre auf über eine Million Euro gesteigert.

Dieses Vermögen, dauerhaft zur Verfügung gestellt von Stifterinnen und Stiftern, wird selbst nicht angetastet. Die Hilfe durch die Stiftung speist sich allein aus den Kapitalerträgen. Wir können dadurch lange im Voraus planen, wie viel Geld für soziale und kulturelle Arbeit in Nicaragua zur Verfügung stehen wird.

Ergänzung um einen Verbrauchsstock

Mit der letzten Reform des Gemeinnützigkeitsrechts wurde vor wenigen Jahren die sogenannte „Verbrauchsstiftung“ neu eingeführt. Während Zustiftungen in den „ewigen“ Kapitalstock einer Stiftung nicht angetastet werden dürfen, kann das Geld einer Verbrauchsstiftung über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren wieder abgeschmolzen, also verbraucht werden.

Das ist für die mittelfristige finanzielle Absicherung der Projekte von `Pan y Arte´ sehr attraktiv, weil es eine optimale Ergänzung zu den Spendengeldern, die dem Verein zufließen und kurzfristig verwendet werden müssen, sowie den (langfristigen) Erträgen aus der Ewigkeitsstiftung ist. So lässt sich beispielsweise mit einem Betrag von 10.000 Euro für einen Zeitraum von zehn Jahren eine hohe Förderung von 1.000 Euro pro Jahr garantieren – was für die Projektarbeit einen echten Unterschied macht. Die Mittel sind viel unmittelbarer wirksam als in der Ewigkeitsstiftung: Zwar sind sie nach zehn Jahren verbraucht, haben aber in dieser Zeit eine große Wirkung entfaltet.

Auch wenn die bisherige Geschichte der Stiftung ein Erfolg ist, ist es wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase aktuell nicht ratsam, besondere Energie in den weiteren Aufbau des Kapitalstocks zu stecken. Denn um die aus den Zinsen generierte Fördersumme merklich zu erhöhen, braucht man ein sehr großes Vermögen.

Pan y Arte e.V. wiederum muss seine eingeworbenen Spenden qua Gesetz zeitnah verwenden. Die Bildung von Rücklagen ist zwar in Grenzen möglich, aber nicht einfach. So müssen selbst einmalige hohe Spenden, z. B. aus Erbschaften, in relativ kurzer Zeit ausgegeben werden.

So wie 2006 Dietmar Schönherr die Stiftung gegründet hat, um finanzielle Vorsorge zu leisten, gehen Luise und Henning Scherf im Herbst 2017 mit der Ergänzung der Stiftung um einen Verbrauchsstock einen großen Schritt voran, um die mittel- und langfristige Stabilität der Projektfinanzierung zu stärken.