Projektreise 2026

Projektreise nach Costa Rica – Begegnungen, die bleiben Eindrücke aus einer intensiven Zeit und Reise mit unseren Spender:innen.

Ein Bericht von Sophie Klinnert.

Im April 2026 durfte ich, Sophie Klinnert aus der Geschäftsstelle in Münster, zwei Wochen* lang unsere erste Projektreise und eine Gruppe von Spender:innen von Pan y Arte nach Costa Rica begleiten. Neben den Projektbesuchen blieb auch Zeit, das Land kennenzulernen: die beeindruckende Natur, den Regenwald, Vulkane, kleine Orte und natürlich die enorme Herzlichkeit der Menschen. Diese Mischung aus kulturellen Begegnungen, gemeinsamen Gesprächen und dem direkten Erleben unserer Projekte vor Ort hat die Reise für uns alle besonders gemacht.

Für mich persönlich waren vor allem die Begegnungen mit den Kindern, Jugendlichen, Familien und Projektpartner:innen bewegend. Oft erleben wir die Arbeit unserer Partnerorganisationen aus der Distanz – über Berichte, Fotos oder Videokonferenzen – ähnlich wie unsere Spender:innen. Vor Ort zu sehen, wie viel Vertrauen, Gemeinschaft und Hoffnung durch die Projekte entsteht, war noch einmal etwas ganz Besonderes und hat mich bewegt. Gleichzeitig war es schön zu erleben, wie sehr auch unsere Reiseteilnehmer:innen davon berührt wurden.

Schön war es auch Markgee (ehemalige Leiterin der Deutsch Nicaraguanischen Bibliothek) in San José zu treffen und mehr über ihre Situation zu erfahren.

Außerdem hatte ich die Chance, unsere zweite neue Partnerorganisation in Costa Rica persönlich kennenzulernen, die gemeinnützige Stiftung SIFAIS. Ich besuchte das Hauptgebäude, die „Cueva de Luz“ in La Carpio – und fühlte mich in diesem hellen, freundlichen Gebäude voller Leben, Musik und Lachen gleich an die Casa de los Tres Mundos in Nicaragua erinnert.

Die ersten zwei Tage widmeten wir uns den Projekten.

Besuch bei Aire Libre in Tirrases und Konzert von Melodías de nuestro Barrio Sonntag, 19.5.2026

Am Sonntagmorgen fuhren wir gemeinsam nach Tirrases zum Zentrum „La Cometa“. Das Gebäude wird von der Stadt finanziert und kostenlos für soziale Projekte genutzt. Hier finden normalerweise die Kurse von Aire Libre statt. Da das Zentrum außerhalb der Kurszeiten geschlossen bleibt, werden Materialien und Instrumente sicher verwahrt – auch, um Diebstahl zu vermeiden.

Schon bei unserer Ankunft wurden wir herzlich empfangen. Kemly Camacho, Geschäftsführerin unserer Partnerorganisation Sulá Batsú, stellte die Projekte ausführlich vor und ich übersetzte für die Gruppe – eigentlich begleitete mich das Übersetzen während der gesamten Reise. Es war schön zu sehen, wie interessiert die Reiseteilnehmer:innen zuhörten und wie schnell Gespräche entstanden.

Vor dem Zentrum waren verschiedene kreative Bereiche aufgebaut: eine Graffiti-Wand, Tanzflächen, ein Bereich für Rap-Workshops und ein Bereich zum Lesen und Basteln. Viele Kinder, Jugendliche und Familien waren gekommen. Die Lehrer:innen nahmen sich viel Zeit, um den Besucher:innen die unterschiedlichen Techniken zu zeigen. Einige unserer Reiseteilnehmer:innen probierten selbst Graffiti aus oder machten beim Hip-Hop-Aufwärmtraining mit.

Besonders bewegt haben mich die Rap-Schüler:innen, die in ihren Texten sehr offen von ihrem Leben erzählten. Gleichzeitig war es beeindruckend zu sehen, wie selbstverständlich die älteren Jugendlichen die jüngeren mitnahmen und unterstützten. Man spürte, dass hier weit mehr entsteht als nur ein Freizeitangebot – nämlich Gemeinschaft, gegenseitiger Respekt und Vertrauen.

Anschließend gingen wir gemeinsam ins Kulturzentrum zum Mittagessen. Vorher gab es eine Austauschrunde mit Eltern, Schüler:innen und unseren Reiseteilnehmer:innen. Viele erzählten, wie wichtig die Projekte für sie seien und wie viel Kraft sie daraus ziehen. Besonders berührt hat mich, wie oft von Wertschätzung und Zugehörigkeit gesprochen wurde, besonders auch zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen. Genau in solchen Momenten wird spürbar, was unsere gemeinsame Arbeit bewirken kann.

Nach dem Mittagessen ging es weiter nach San Diego zum Musikprojekt "Melodías de nuestro Barrio". Die ehemalige Pan y Arte Stipendiatin Sara, die selbst aus dem Projekt Música en los Barrios in Nicaragua stammt, hatte alles organisiert. Mit viel Ruhe und Professionalität führte sie uns durch die kleine Kirche und die Proberäume und stellte die Lehrer:innen vor – darunter ebenfalls ehemalige Teilnehmer:innen und Stipendiaten aus Nicaragua.

Danach begann das Konzert. Die jüngeren Kinder spielten Blockflöte, später folgten Chorstücke und ein Quartett der älteren Jugendlichen. Die Kirche war voller gespannter Eltern und begeisterter Besucher:innen. Die Atmosphäre war unglaublich warm und aufmerksam.

Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben: In der anschließenden Fragerunde fragte ein kleiner Junge, ob die Besucher:innen garantieren könnten, dass das Projekt „für immer weitergeht“, weil er so gerne komme. Ich glaube, dieser Satz hat viele tief berührt.

Auch musikalisch gab es besondere Momente. Vor allem das Quartett von Carlos Useda, ebenfalls ehemaliger Pan y Arte Stipendiat, blieb vielen im Gedächtnis. Er spielte ein selbst komponiertes Stück, das musikalische Elemente aus Nicaragua und Costa Rica verband. Einer unserer Spender sagte später zu mir, dass er dieses Stück gerne noch einmal hören würde.

Nach diesem langen und emotionalen Tag fielen wir alle ziemlich erfüllt ins Bett.

„Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben: In der anschließenden Fragerunde fragte ein kleiner Junge, ob die Besucher:innen garantieren könnten, dass das Projekt „für immer weitergeht“, weil er so gerne komme.“

Besuch eines „Centro de Cuido“ (Tagesstätte für Kinder) und der Büros von Sulá Batsú Montag, 20. April 2026

Am nächsten Morgen fuhren wir tiefer nach Tirrases hinein zu einem sogenannten „Centro de Cuido“. Ohne den von Sulá Batsú organisierten Busservice hätten wir diesen Ort kaum erreichen können – auch, weil die Gegend als schwierig gilt.

Ein „Centro de Cuido“ ist eine staatlich geförderte Betreuungseinrichtung für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Viele Kinder verbringen dort den ganzen Tag, oft von sechs Uhr morgens bis in den Abend hinein, während ihre Eltern arbeiten. Neben Betreuung und Mahlzeiten geht es vor allem darum, den Kindern einen sicheren und liebevollen Ort zu geben.

Hier findet einmal im Monat die Aktivität Rincón de Historias statt, die von Sulá Batsú und Pan y Arte organisiert wird. Dabei wird vorgelesen und anschließend passend zur Geschichte gebastelt. Die Aktivität wandert jede Woche in eines von vier Zentren weiter.

Unsere Reiseteilnehmer:innen setzten sich direkt zu den Kindern auf den Boden, lasen mit ihnen und halfen beim Basteln. Es dauerte nicht lange, bis alle gemeinsam lachten und ins Gespräch kamen – auch ohne viele gemeinsame Worte. Die Freude der Kinder über die Bücher und die kreative Zeit war deutlich spürbar.

Beim Abschied fragte ein Kind ganz selbstverständlich: „Kommt ihr bald wieder?“ Dieser Satz blieb vielen von uns im Kopf. Einige Teilnehmer:innen fragten anschließend, ob die Aktivitäten nicht häufiger stattfinden könnten. Nati erklärte, dass dies grundsätzlich möglich wäre, letztlich aber an den finanziellen Möglichkeiten hänge.

Am Nachmittag besuchten wir die Büros von Sulá Batsú im Barrio Escalante in San José. Die Organisation mietet dort ein Haus und vermietet einen Teil der Räume weiter, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Das Team stellte uns die Arbeit der Kooperative und die verschiedenen Projekte vor. Besonders interessiert waren unsere Reiseteilnehmer:innen an den Finanzierungsstrukturen. Sehr transparent wurde erklärt, wie die unterschiedlichen Projekte finanziert werden und dass die Mittel strikt getrennt verwaltet werden. Pan y Arte unterstützt beispielsweise gezielt Aire Libre und den Rincón de Historias.

Außerdem erklärte Sulá Batsú ihre drei wichtigsten Einnahmequellen: Fördergelder, Mieteinnahmen und Einnahmen aus Beratungsarbeit und Vorträgen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Organisation als gemeinnützige Kooperative keine Gewinne erwirtschaftet.

Mir wurde in diesem Gespräch noch einmal bewusst, wie wichtig die Unterstützung von Pan y Arte für viele dieser Projekte ist. Besonders beeindruckt hat mich aber auch die langfristige Perspektive: Alle Projekte sollen innerhalb von etwa zehn Jahren so aufgebaut werden, dass sie eigenständig weiterlaufen können.


*Leider musste ich allerdings nach einer Woche aus gesundheitlichen Gründen die Reise abbrechen. Die Reisegruppe war aber in guten Händen des lokalen Guides und führte den touristischen Teil weiter.

Reisebegleitung von Pan y Arte

Begleitet wurde die Reise von Sophie Klinnert aus der Geschäftsstelle. Sie gab nicht nur einen noch tieferen Einblick in unsere Arbeit, sondern spricht auch Spanisch und hat selber 8 Jahre in Nicaragua und 3 Monate in Costa Rica gelebt. Somit konnten die Teilnehmer:innen Ihre Fragen auf der gesamten Reise bei ihr loswerden. 

Was von der Reise bleibt

Die zwei Wochen in Costa Rica waren intensiv, bewegend und voller Begegnungen. Neben den Projektbesuchen haben wir gemeinsam das Land bereist, die Natur erlebt und viele Gespräche geführt. Gerade diese Mischung hat geholfen, Costa Rica und die Lebensrealitäten der Menschen besser zu verstehen. Durch die Projektbesuche und die Tourismusseite hat man beide Seiten des Landes gut kennengelernt.

Für mich war die Reise vor allem eine Erinnerung daran, warum wir diese Arbeit machen. Hinter jedem Projekt stehen Kinder, Jugendliche und Familien, die durch Musik, Kunst, Lesen und Gemeinschaft neue Perspektiven bekommen. Und hinter all dem stehen Menschen, wie Sie, die mit Ihrer Unterstützung genau das möglich machen.

Deshalb möchte ich mich – auch im Namen unserer Partnerorganisationen vor Ort – herzlich bei allen Spender:innen bedanken. Ihre Unterstützung kommt an. Und sie verändert Leben. Das habe ich auf dieser Reise deutlich gespürt.

Wenn es so einfach wäre, würde ich jedem und jeder unserer Spender:innen wünschen, die Projekte einmal vor Ort zu erleben. Denn das macht etwas mit einem!

Ich sage GRACIAS für diese Möglichkeit!

Hier die Projekte jetzt unterstützen!

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In unserem WhatsApp Kanal konnten Sie virtuell an der Reise teilnehmen und Videos und Fotos anschauen. Wenn Sie diesem auch gerne folgen möchten, können Sie diesem hier beitreten. Wir möchten Ihnen auch in Zukunft hier Einblicke in die Projekte geben! 

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